1. Reishi   (Ganoderma lucidum)

 

In naturheilkundlichen Kreisen wird das japanische Wort „Reishi“ oder das chinesische Wort „Lingh zi“ verwendet. Reishi wird als Pilz der Unsterblichkeit bezeichnet. Vor allem wird er zur Stärkung des Immunsystems und der Leber und zur Anregung des Stoffwechsels eingesetzt, wobei nach wie vor die dafür verantwortlichen Inhaltsstoffe  nur ungenügend bekannt sind.

 

Nachstehend sollen einige Studien neueren Datums von den insgesamt über 1300 wissenschaftlichen Studien, die sich mit den Heilwirkungen des Vitalpilzes Reishi befassen, vorgestellt werden.

 

Als besonders autoritativ kann die im April 2016 veröffentlichte zusammenfassende Bewertung der „Cochrane Collaboration“ zur Wirksamkeit von Reishi angesehen werden (1).

 

Die Cochrane Collaboration ist ein im Jahre 1993 gegründeter weltweiter Zusammenschluss von Ärzten und Wissenschaftlern, welche medizinische Fragestellungen unter Beiziehung aller verfügbaren Studien auswerten, um medizinische Therapien zu validieren. Diese zusammenfassenden Bewertungen werden allgemein deshalb als objektiv und autoritativ

angesehen, weil keinerlei Forschungsgelder von der Industrie angenommen werden und die Übersichtsarbeiten (reviews) von internationalen Teams in einem mehrstufigen Prozess validiert werden.

 

In dieser Cochrane-Analyse konnte unter anderem nachgewiesen werden, dass durch Reishi das Immunsystem aktiviert wird, und zwar speziell die CD3, CD4 und CD8-Zellen. Diese verschiedenen „cluster of differentiation“ (CD) haben eine Bedeutung für die Funktionsfähigkeit der im Knochenmark gebildeten T-Lymphozyten, das heißt für die erworbene Immunfähigkeit des Organismus. Ferner werden durch Reishi die natürlichen Killerzellen aktiviert.

 

Vier der von der Cochrane Collaboration ausgewerteten Studien kamen zu dem Ergebnis, dass Tumorpatienten durch die Gabe von Reishi eine verbesserte Lebensqualität hatten.

 

In einer anderen Studie konnte der Nachweis geführt werden, dass bestimmte in Reishi enthaltene Polysaccharide die Alterung der Haut durch UV-Strahlung verlangsamen (2).

 

In einer anderen Studie wurde der Nachweis geführt, dass ein gestörtes Immunsystem bei einer Krebserkrankung des Darmes durch die in Reishi enthaltenen „Ganoderma Lucidum Polysaccharide“ (GLP) wieder zur normalen Funktion gebracht werden kann (3). Konkret wird durch GLP das für die Immunabwehr des Körpers wichtige p53-Protein aktiviert. Die Aktivität des p53 ist nach allgemeiner Auffassung für ein intaktes Immunsystem und damit für Abwehr von Krebszellen wichtig.

 

Eine Studie mit 34 Angina-pectoris-Patienten, also Patienten mit Herzenge, bestätigten frühere Ergebnisse, wonach Reishi bei Angina Pectoris wirksam ist, weil die in Reishi enthaltenen Polysaccharid-Peptide (PsP) gegen die der Angina zugrunde liegenden Entzündungen wirkt. Außerdem sind die PsP gegen Diabetes wirksam, denn sie wirken antioxidativ und senken auch die Blutfette (4).

 

In einer aus Spanien stammenden Studie, an der 64 Patientinnen mit Fibromyalgie teilnahmen, konnte belegt werden, dass Reishi bei Fibromyalgie die Symptome bessert (5). Die 64 Patientinnen wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und bekamen über einen Zeitraum von 6 Wochen entweder 6 g Reishi-Pulver oder 6 g Pulver vom Johannisbrotbaum.

 

Innerhalb der 6 Wochen konnte bei den mit Reishi behandelten Patientinnen durch verschiedene Fitnesstests eine verbesserte Ausdauerbelastbarkeit, bessere Beweglichkeit und Schnelligkeit nachgewiesen werden. In der Kontrollgruppe ergaben sich keine Unterschiede in der Befindlichkeit.

 

Und schließlich konnte in einer weiteren Studie nachgewiesen werden, dass Reishi auch die Darmflora günstig beeinflussen kann, vor allem auch das Verhältnis der Firmicuten zu Bacteroiden. Dieses Verhältnis ist ja bekanntlich wichtig ist, um Übergewicht vorzubeugen, denn Übergewicht ist Folge einer unterschwelligen Entzündung (low grade inflammation), die wiederum auf einem bakteriellen Ungleichgewicht im Darm beruht (6):

 

In diesem Experiment wurden Mäuse mit einer fettreichen hyperkalorischen Diät gefüttert. Diese bewirkt eine Veränderung der Darmflora mit einem Überwuchern der sogenannten Firmicuten, die neben den Bacteroidetes, Proteobakterien – zu denen vor allem die Escherichien gehören - und Actinobakterien, zu denen vor allem die Bifidobakterien gehören - die wichtigsten Darmbakterien darstellen.

 

Inzwischen belegt eine ganze Reihe von Studien die Korrelation zwischen Körpergewicht und individueller Darmflora. Mit anderen Worten, es gibt tatsächlich bessere und schlechtere Kostverwerter. Es sind die Firmicuten, welche dem Betreffenden durch den Abbau langkettiger Kohlehydrate, das heißt also Ballaststoffe, und anderer noch nicht verdauter Nahrungsbestandteile kurzkettige Kohlehydrate und Fettsäuren und somit zusätzliche Kalorien zur Verfügung stellen.

 

In der erwähnten Studie wurde den Versuchsmäusen eine Aufschwemmung von Reishi verabreicht, wodurch es zu einer Abnahme der Firmicuten im Darm und damit gleichlaufend zu einer Gewichtsabnahme der Versuchstiere trotz hyperkalorischer Ernährung kam.

                                                                                                   

Speziell der antitumorösen Wirkung von Ganoderma in der Humanmedizin widmen sich gleich drei Studien neueren Datums:

 

Eine Untersuchung von Februar 2017 befasste sich mit der tumorhemmenden Wirkung von Ganoderma bei Patienten mit Melanom und Brustkrebs (7): Ganoderma verhindert die für die Tumorprogression und Metastasierung wichtige Freisetzung verschiedener Metalloproteinasen, speziell MMP-2 (Matrix-Metallo-Proteinase-2) und MMP-9, die für die Auflösung der extrazellulären Matrix im Laufe der Tumorprogression verantwortlich gemacht wird, ferner eine Hemmung der die Entzündung unterstützenden Interleukine IL-6 und IL-8. Dadurch wird die Ausbreitung der Tumorzellen gehemmt.

 

In einer anderen Studie von Juni 2017 wurde nachgewiesen, dass Ganoderma bei den schulmedizinisch nur schwer behandelbaren Lungentumoren eine günstige Wirkung hat (8): Die hauptsächlichen Inhaltsstoffe, nämlich Terpene, Polysaccharide und Proteine bewirken Apoptose der Krebszellen, das heißt, sie veranlassen die Krebszellen zum Selbstmord, oder aber zur Autophagie, das heißt, dass die Krebszellen sich selber auffressen. Dies geschieht durch Aktivierung bestimmter Signalmoleküle, wie dem mTOR (Mammalian oder mechanistic Target of Rapamycin), der Proteinkinasen AKT1, AKT2 und AKT3, welche Phosphorgruppen übertragen, sowie durch Aktivierung des Transkriptionsfaktors NF-κB (Nuclear Factor kappa B), der die Immunantwort des Organismus  und den Zelltod reguliert.

 

Und schließlich belegt e ine Studie von Juli 2017 den erfolgreichen Einsatz von Ganoderma bei der Behandlung von Brustkrebs (9), indem Ganoderma den Wnt/ß-catenin-Signalweg durch Hemmung der Phosphorylierung und damit das Wachstum und die Ausbreitung der Tumorzellen hemmt.

 

 

 

 

 Dr. Dr. Karl  J. Probst

Naturheilarzt,

Rohkostarzt

Physiker, Autor,

internationaler Referent

und Gesundheits-Coach

 

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© Dr. med. habil. Dr. rer. nat. Karl J. Probst