Detox mit Ascophyllum nodosum

Kritisches zum Jodgehalt

 

von Dr. med. Dr. Karl J. Probst

 

 

 

Vor ca. 40 Jahren hatte ich das große Glück, einen Großteil der wissenschaftlichen Bibliothek eines plötzlich verstorbenen Medizinprofessors zu erben. In dieser Bibliothek fanden sich unzählige alte Folianten naturheilkundlicher Ärzte der Vergangenheit, die heute – wenn überhaupt – allenfalls noch antiquarisch erhältlich sind.

 

In diesen alten Folianten fanden sich unzählige Rezepturen und therapeutische Empfehlungen, die in der heutigen Medizin weitgehend unbekannt sind. Eine dieser verlorengegangenen bzw. teilweise sogar unterdrückten Methoden, die ich in diesen alten Werken fand, war der Einsatz von Jod als „Universalheilmittel“ bei allen Arten von Erkrankungen. Das Erstaunliche daran war damals für mich die Tatsache, daß die Angaben dieser alten Ärzte zur Dosierung von Jod um das Hundert- bis Tausendfache von den heutigen Empfehlungen zur Jodeinnahmemenge höher lagen.

 

So schreibt der ungarische Arzt Albert Szent-György (1893-1986) in seinen Lebenserinnerungen, daß bei Erkrankungen aller Art Jod gegeben werden könne, und zwar sogar in einer Dosierung bis zu 800 mg (!) pro Tag und daß damit auf unerklärliche Weise alle Krankheiten gebessert oder sogar zum Verschwinden gebracht werden können. Zum Vergleich: Die heutigen Empfehlungen zur täglichen Jodeinnahme liegen nicht im Milligramm, sondern im Mikrogrammbereich.

 

Szent-György darf jedoch als besonders autoritativ angesehen werden, denn er erhielt im Jahre 1937 den Nobelpreis für Medizin für seine Entdeckung des sogenannten Citratzyklus also des Energiekreislaufs, und seine Forschungen zu Vitamin C. Es fällt im übrigen auch auf, daß Szent-György 93 Jahre alt wurde, möglicherweise auch deshalb, weil er, ebenso wie der ebenfalls steinalt gewordene zweifache Nobelpreisträger Linus Pauling, lebenslang hohe Dosen von Vitamin C vorbeugend eingenommen hat.

 

Jedenfalls hatte ich gleich nach den Aussagen von Szent-György zu Jod erstmals damit begonnen, im Selbstversuch mit ansteigenden Jodmengen zu experimentieren, worüber ich in meinem Buch „Der natürliche Weg zu Heilung und Gesundheit“ auch geschrieben habe. Darüber hinaus begann ich außerdem jedoch auch nach geeigneten natürlichen Quellen für Jod zu suchen.

 

Als Ergebnis der langjährigen Beschäftigung mit dem Einsatz von Jod veröffentlichte ich im Jahre 1997, also vor 20 Jahren, das Buch „Energieschub aus dem Meer – Meeresalgen: Heilmittel und Nahrung für die Gesundheit“. Es handelte sich damals um eines der allerersten Bücher im deutschsprachigen Raum, insbesondere auch über die Detox-Wirkung von Algen und speziell die großartigen Wirkungen der Braunalge „Ascophyllum nodosum“. Diese Alge zeichnet sich übrigens auch durch einen besonders hohen natürlichen Jodgehalt aus.

 

In den letzten 30 Jahren konnte ich zahlreiche weitere Erfahrungen mit Algen bzw. mit Jod in der Anwendung bei zahlreichen Patienten sammeln. In meinem bereits erwähnten Buch „Der natürliche Weg zu Heilung und Gesundheit“ habe ich in einem eigenen Kapitel über neuere Erkenntnisse zum Einsatz und die Wirkung der Algen – auch in Form von Algenkapseln - geschrieben. Dabei geht es vor allem um die Entgiftung (Detox) mittels Algen. Als Dosierung für die Therapie mit Ascophyllum haben sich dazu nach meinen Erfahrungen 2800 mg Ascophyllum pro Tag bewährt, das entspricht einer Jodzufuhr von etwa 2,8 mg Jod pro Tag.

 

Unerläßlich ist es, daß die Algen bzw. Algenkapseln biologisch unbelastet sein müssen.

Meine Erfahrung der letzten 30 Jahre hat übrigens gezeigt, daß sich Patienten mit Hashimoto oder mit Kropf und selbst Patienten mit Jodallergie mit höheren Jodmengen, als von der EFSA empfohlen, gefahrlos und ohne Nebenwirkungen therapieren lassen.

 

Nebenbei bemerkt, hat eine Allergie gegen Jod nichts mit der Schilddrüse zu tun, sondern sollte mittels einer konsequenten Darmsanierung und anderen Maßnahmen zur Ausheilung gebracht werden. Diese Menge von 2,8 mg Jodaufnahme pro Tag liegt über dem von der EFSA, also der Europäischen Lebensmittelbehörde, empfohlenen UP (upper level) von 0,6 mg (600 Mikro-gramm) und selbst über dem von der WHO empfohlenen UP von 1,1 mg pro Tag.

 

Um die Frage zu beantworten, warum bei den Dosierungsempfehlungen für Jod ein so extremer Unterschied zwischen den früheren und den heutigen Empfehlungen besteht, ist es hilfreich, sich zu erinnern, welches die Hauptwirkung von Jod ist. Jod ist jedoch wichtig für die Bildung der Schilddrüsenhormone. Die Schilddrüsenhormone steuern unter anderem die Gehirnentwicklung und die Gehirnfunktion, und zwar ganz besonders in der Kindheit, aber auch bei Erwachsenen.

 

Es sollte doch jeden denkenden Menschen hellhörig machen, daß Jodmangel den Kretinismus oder Idiotie, also Verblödung auslöst, und daß die WHO dennoch als UP (upper level) 1,1 mg angegeben hat, wohingegen von den alten Ärzten teilweise sogar 500 Milligramm (!) und mehr empfohlen wurden, und daß die EFSA (europäische Lebensmittelbehörde) diesen ohnehin schon unsinnig niedrigen Wert der WHO abermals auf 600 Mikrogramm fast halbiert hat.

 

Jedenfalls habe ich selber über Jahre hinweg mit der Lugolschen Lösung experimentiert und persönlich bis zu 1000 mg Jod pro Tag eingenommen und kann daher die Aussagen der alten Ärzte nur bestätigen. Vor allem kann man bei diesen Megadosen ganz ungewöhnliche Steigerungen der persönlichen Energie, der freudig optimistischen Gemütslage,  der Kreativität, der Inspiration und der Intuition beobachten, ganz abgesehen davon, daß ein gewaltiger Evolutionssprung in der persönlichen Entwicklung stattfindet, wenn man ganz praktisch entdecken muß, daß die sogenannte Wissenschaft, die ja eigentlich den Menschen dienen sollte, ganz offenkundig durch gezielte Fehlinformation die Menschen daran hindert, ihr volles Potential zu entfalten – konkret durch die Empfehlung viel zu geringer Jodeinnahmeempfehlungen.

 

Denn gerade im deutschsprachigen Raum wird durch verschiedene Publikationen massive Angst vor Jod geschürt, daß mehr als 1 mg pro Tag gesundheitsgefährdend sei, eine Behauptung, die auch ich jedenfalls nicht bestätigen und daher den alten Ärzten nur Recht geben kann. In diesem Zusammenhang muß übrigens die Frage gestellt werden, warum etwa bei Reaktorunfällen plötzlich ein Vielfaches dieser Dosierung plötzlich nicht mehr gefährlich oder giftig ist, sondern dringend geboten ist, oder warum bei Vaginalinfekten routinemäßig Vaginalzäpfchen auf Jodbasis (mit hohem Jodgehalt) verordnet werden (auch beschrieben in meinem Buch „Der natürliche Weg zu Heilung und Gesundheit“)

 

Jenseits dieser Widersprüche bietet jedenfalls die Braunalgen in entsprechender Dosierung eine ausreichende Detox-Wirkung, die in Anbetracht der weltweiten toxischen Belastungen immer wieder kurmäßig durchgeführt werden sollte. Zugleich wird auch Jodmangel entgegengewirkt.

 

In meinem Buch "Energieschub aus dem Meer" habe ich einiges mehr darüber geschrieben. Das Buch, welches wohl das erste Buch über die Algen als Heilmittel war, wird derzeit überarbeitet und wird in den nächsten Monaten wieder erscheinen.

 

 

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© Dr. med. habil. Dr. rer. nat. Karl J. Probst